Der „Nachweihnachtsmarkt“

Im 21. Jahrhundert scheint der Weihnachtsmann nicht mehr leistungsfähig zu sein: immer mehr Geschenke werden nach Weihnachten im Internet verkauft.

Der neue Weihnachtsmann heißt Ebay (kengo)

So ist es jetzt: man verbringt mehrere Tage frenetisch auf der Suche nach dem perfekten Geschenk, mitten in einer hysterischen Menschenmenge. Man kämpft heutzutage nicht mehr darum, zwischen wilden Tieren in einem Wald zu überleben. Man kämpft darum, im Großstadtdschungel zwischen unbarmherzigen Müttern und bedrohlichen Ehemännern das letzte Smartphone für sein Kind zu ergreifen.

Kein Blut, nur viel Schweiß und Angst. Die Schlangen sind keine Reptilien mehr, sondern das Schicksal jedes Menschen mehrmals täglich in der Vorweihnachtszeit. Und schon ist es Weihnachten! Alle erinnern sich daran, wie schön es ist, Zeit mit seiner Familie zu verbringen und Geschenke auszutauschen, um die Freude in den Augen der Anderen zu sehen. „Mama, dieses Smartphone habe ich doch schon! Ich wollte das Allerneueste. Na toll, was soll ich denn damit jetzt tun?“ kann man leider manchmal hören. „Das Handy behalten und dich daran erfreuen“, wäre eine richtige Antwort. Doch es ist schon zu spät, jetzt hat ein neuer moderner Kampf angefangen: willkommen im „Nachweihnachtszeitsdschungel“! Einige bevorzugen die Sicherheit und bringen Geschenke in Läden zurück oder tauschen sie um. Andere bereiten ihre Waffen im Internet vor. Die Geschosse heißen Ebay, Amazon und vielfältige Flohmarkt-Apps. Farbe, Größe und Preis werden als Köder ausgeworfen. Dann muss nur noch darauf gewartet werden, dass in den Weiten des Netzes ein Käufer anbeißt. Endlich ist das grässliche oder ungenügende Geschenk weg. Mit dem Geld seines Geschäfts kann man endlich ein passenderes Präsent von der Person entgegennehmen, deren Gaben immer willkommen sind: von sich selbst! Denn keiner weiß besser, was einem gefällt, als man selbst; und keiner weiß mehr, wer wem was gegeben hat.

Die Zeiten haben sich seit dem Ursprung von Weihnachten verändert…

Gott hat sich wohl vor mehr als 2000 Jahren im Körper des Jesuskindes auf die Welt begeben. Man stelle sich vor, Maria hätte gesagt „Oh Gott, nicht ein Kind! Ich wollte ein Rind. Das nehme ich nicht, sorry.“ Die Heiligen Drei Könige hätten diesen langen Weg, dem Abendstern folgend, umsonst gemacht. Maria hätte ihnen antworten müssen: „Ne tut mir leid, was würde mein Rind mit Gold, Weihrauch und Myrrhe machen? Versteht mich denn keiner auf dieser Welt?“. Dann würde wahrscheinlich heute kein Weihnachten mehr gefeiert werden und es gäbe keine Geschenke, nichts. Zum Glück wusste Maria ihre Gabe zu schätzen; auch wenn es nicht genau das war, was sie sich vorgestellt hatte.

Manon Valère

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