Vampire, Hexen und DNA: der Zaubertrank für Entspannung

Mit „The Book of Life“ („Das Buch der Nacht“ in Deutschland), dem dritten und letzten Buch ihrer „All Souls“ Saga beschließt Deborah Harkness eine gelungene Trilogie.

« Das Buch der Nacht » (Blanvalet Verlag)

Wenn man gut geschriebene und reichhaltige Bücher schätzt, sind Sagas wie die mormonischen Kitschromane „Twilight“ ein Alptraum. Die Vampire sind nicht schuld daran, der Stil und die Farblosigkeit schon. Mit ihrer Saga zeigt die Amerikanerin Deborah Harkness, dass man eine gute Zeit mit Liebesgeschichten, Vampiren und Hexen verbringen kann. Natürlich wird sie damit nicht zur nächsten Literaturnobelpreisträgerin. Aber die drei Bände der „All Souls“-Trilogie erweisen sich als gute Unterhaltungsbücher.

Im ersten Band „Die Seelen der Nacht“ entdeckte die Heldin, Diana Bishop, in der Bodleian Library in Oxford das Ashmol 782, ein geheimnisvolles und intrigantes Manuskript, das sie in die Fantasy-Welt ihrer Vorfahrinnen, der berühmten Bishop-Hexen aus Salem katapultierte. Dadurch kannte sie den mysteriösen Professor Clairmont lernen, uralten Vampir und Spezialist des Kreatur-DNA (das DNA der nicht menschlichen Wesen: Dämonen, Hexen und Vampire). Pr. Clairmont forschte seit Jahrzehnten, um die Ursprung der Kreaturen zu enthüllen. Für ihn sei das lang verlorenes Manuskript der Schlüssel des Geheimnisses.

Im zweiten Band „Wo die Nacht beginnt“ fluchte Diana Bishop mit Pr. Clairmont in das 16. Jahrhundert, um dort Magie zu lernen und ihre verbotene Liebe eine Chance zu geben. (Ja, ja, die Flucht in die Vergangenheit ist möglich! Aber nur wenn man die Erbin zwei mächtiger Hexendynastien ist.) Denk nicht, Leser, dass in Diana Bishops magischer Welt nichts unmöglich ist! Die Liebe zwischen zwei verschiedenen Typen von Kreaturen, d.h. Hexe und Vampir oder Dämon und Hexe usw., ist ein großes, absolutes Tabu!

Bedürfnis nach Antworte

Im dritten und letzten Band kehren Diana Bishop und ihre Neuvermählter Matthew Clairmont in die Gegenwart zurück. Dianas Position ist noch sehr unsicher, denn ihre jüngste Schwangerschaft, die Regeln des Abkommens, das die Beziehungen zwischen den Kreaturen reguliert, ins Lächerliche zieht. Wegen dieser Schwangerschaft braucht das Paar noch dringender Antworte zu den Fragen der Ursprung der verschiedenen Kreatur-Sorten. Um das alles zu klären, macht sich Diana Bishop an die Suche nach dem Ashmol 782.

Der Unterschied zu anderen Vampir-Romanen besteht in der Mischung der Genres: Diana Bishops Abendteuer vermischen Fantasy, Liebesgeschichte, Bildungs-, historische und wissenschaftliche Roman. Die Heldin ist keine Unschuld vom Lande, sondern eine Dozentin an der Yale Universität, die sich mit Wissenschaftengeschichte beschäftigt und die in ihrem Schicksal die Hauptrolle spielen will. Sie, die am Anfang der Saga ihr Hexe-Erbe nicht akzeptieren wollte, braucht in ihrem letzten Kampf um ihre Freiheit alle ihre Kräfte und noch wichtiger alle Kenntnisse, die sie und ihre Ehemann, als Vampir und talentierter Wissenschaftler, über die Kreaturen sammeln können.

Im Gegenteil zu anderen Liebesgeschichten ist die Liebe nicht das einzige Ziel der Suche dieses Mischpaares sondern viel mehr das Verständnis der Ursprung der verschiedenen Sorten von Kreaturen: Vampiren, Hexen und Dämonen. Deshalb spielt die Biologie eine große Rolle: Es wird oft über sehr präzise Punkte der DNA-Analysis und -Theorien debattiert. Auch die historischen Teile der Saga sind sehr gut dokumentiert. Deborah Harkness ist eine Historikerin und es zeigt sich in ihrer Schreibweise. Sie hat nicht Angst davor, ihre Kultur dem Leser zu zeigen. Und es fühlt sich gut, in einem solchen Buch nicht für dumm gehalten zu werden. Auch wenn die Geschichte nicht die Innovativste ist, ist sie zumindest nicht lahm. Das einzige, das man sie vorwerfen kann, ist, dass die Gefühle manchmal ein bisschen zu Amerikanisch behandeln werden.

„The Book of Life“ erscheint im März 2015 in Deutschland unter dem Titel „Das Buch der Nacht“ im Blanvalet Verlag.

Laure Etienne

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