22 Walks in Bangkok (Buchrezension) 22 Spaziergänge durch Bangkok – bei denen man sich gerne verläuft

Das 2013 in Englisch erschienene Buch von Kenneth Barrett führt den Leser über 22 Kapiteln durch die Hauptstadt Thailands. Der in London geborene Journalist verbringt schon mehr als die Hälfte seines Lebens in Asien. Neben Journalismus interessiert er sich auch für Fotografie und Geschichte, zwei Leidenschaften, die in diesem Buch vereint sind. 22 walks in Bangkok ist kein typischer Reiseführer im Sinne eines LonelyPlanet oder guide du routard, mit denen der Tourist an die Hand genommen wird.

The Glowing Urban Sprawl of Bangkok

 

Jedes der 22 Kapitel des Buches beschäftigt sich mit einem anderen Stadtteil. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten werden historisch erläutert und neue, unbekannte Orte empfohlen. Aber das, was das Buch aus der Vielzahl anderer Reiseführer zur thailändischen Hauptstadt heraushebt, ist etwas anderes: 22 Walks in Bangkok erläutert nämlich tiefgründig wie nie zuvor das „Venedig des Orients“, wie die Stadt von den ersten Europäer genannt wurde. So erfährt man, dassas heute friedliche Viertel von Thonburi eigentlich kriegerische Anfänge hat. Siamesische Kanonen schossen ununterbrochen von dort aus über den Chao-Praya-Fluss, um die französischen Festungen zu zerstören. Der Autor hat auch ein den Ausländern unbekanntes Stück Paradies ausfindig gemacht. Kaum zu glauben – aber mitten in der 15-Millionen-Metropole, auf der Halbinsel von Bang Nam Pheung, gibt es einen Dschungel, Obstplantagen, Tempel und einen Mangrovensumpf.

Dieses Buch richtet sich allerdings in erster Linie an Auswanderer oder Historiker. Da dem Leser nicht erklärt wird, welcher Weg zu nehmen ist, um zu einer im Buch beschriebenen Sehenswürdigkeit zu gelangen, besteht eine große Wahrscheinlichkeit, sich zu verlaufen, gerade in einer so verwinkelten Stadt wie Bangkok. Man kann schnell vom Weg abkommen, sich einfach nur von der Atmosphäre treiben lassen oder wahllos an irgendeiner Ecke Pad Thai, das thailändische Nationalgericht, genießen. Das ist aber nicht jedermanns Sache, vor allem nicht in einem Land, in dem außerhalb der touristischen Zentren niemand Englisch spricht.

Zusammenfassend ist es ein sehr interessantes Buch, das sich viel mehr wie eine Novelle als ein Reiseführer lesen lässt – also ein Must für alle Thailand Passionerten!

Selin Verger


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