Fifa-Skandal: 90-Tage-Sperre für Blatter und Platini

Zürich, 8. Oktober. Nach eingehender Beratung hat die Ethikkommission des Fußball-Weltverbands ihr Urteil bekannt gegeben.

Fifa-Skandal: 90-Tage-Sperre für Blatter und Platini

Bildquelle: football.fr

Der Fifa-Präsident Joseph Blatter und UEFA-Boss Michel Platini werden für 90 Tage suspendiert.Diese Sperre könnte um bis zu 45 Tage verlängert werden. In diesem Zeitraum dürfen die beiden Männer an keinerlei nationalen oder internationalen Fußballaktivitäten teilnehmen. Die Gründe für diese Entscheidung bestehen im Verdacht der Schweizer Bundesanwaltschaft wegen einer dubiosen Zahlung zwischen Blatter und Platini. 2011 hatte Joseph Blatter zwei Millionen Schweizer Franken (1,8 Millionen Euro) an Platini ausbezahlt, für Dienste, die der Franzose zwischen Januar 1999 und Juni 2002 geleistet hatte. Laut Platini hat die verspätete Bezahlung mit der damals schlechten Finanzsituation der FIFA zu tun. Diese Behauptungen sind für die Bundesanwaltschaft wenig glaubhaft. Tatsächlich verkündete Blatter 2002 einen Gewinn von 115 Millionen Schweizer Franken für die Fifa. Bei den Anklagen gegen Blatter geht es weiterhin um TV-Verträge zwischen der Fifa und dem ehemaligen Präsidenten der Caribbean Football Union, Jack Warner. Dieser hatte die Rechte an den Übertragungen der Fußballweltmeisterschaften 2010 und 2014 für niedrige Preise bekommen.

Wenige Wochen vor der Wahl des neuen Fifa-Präsidenten löst diese Entscheidung einen Schock in der Fußballwelt aus. Platini wurde bis jetzt als Favorit für die Nachfolge Blatters gehandelt. Er verzichtet aber nicht auf die Wahl und deklarierte Donnerstagmorgen, er habe die nötigen Dokumente für die Bewerbung eingereicht. Die Wahlkommission wird allein über die Gültigkeit seiner Kandidatur entscheiden. Gleichzeitig weist Platini alle Vorwürfe gegen sich zurück und erklärt: „Ich weigere mich zu glauben, dass dies eine hastige politische Entscheidung ist, die getroffen wurde, um einen lebenslangen Anhänger dieses Spiels zu beflecken oder meine Kandidatur als FIFA-Präsident zu zerstören”. Auf ebendiese Weise plädiert Blatter nach wie vor auf nicht schuldig. „Präsident Blatter erwartet die Möglichkeit, Beweise zu präsentieren, dass er nicht an irgendeinem kriminellen Fehlverhalten beteiligt war” teilten seine Anwälte mit. Wenn keine neuen Beweise präsentiert werden sollten, wird eine Veränderung der Situation aber schwierig. Der persönliche Berater Blatters, Klaus Stöhlker, deklarierte seinerseits: „Er freut sich auf drei Monate Ferien, die er sich auch redlich verdient hat”.

Für die Zwischenzeit wird Blatter von dem kamerunischen FIFA-Vizepräsident Issa Hayatou vertreten. Hayatou ist seit 1988 Präsident der «Confédération Africaine de Football» und der älteste Vizepräsident des FIFA-Exekutivkomitees. Der Spanier Ángel María Villar, seines Zeichens Vizepräsident der UEFA, soll Platinis Ämter symbolisch übernehmen. Diese Sanktionen sind Teil einer größeren Untersuchungsprozedur, in deren Rahmen mehrere Persönlichkeiten der Fifa angeklagt wurden.

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