Das Ende ist die Mitte ist der Neuanfang

Carolin Neumanns Kinderbuch „Nora&Beshir“ endet in der Mitte. Schlägt man es von vorne auf, erzählt es die Geschichte von Nora, die wegen des Jobwechsels ihrer Mutter umziehen muss. Von hinten aufgeschlagen zeigt es Beshirs Flucht nach Deutschland.

Nora und Beshir (noraundbeshir.de/ C.Neumann und L. Sandner)

 

Beshir wohnt nicht in einer Lehmhütte und hat auch keine Ziege vor der Tür. „Nora&Beshir“ passt nicht in die Klischee-Schublade der Kinderbücher über Flüchtlinge. Carolin Neumann erzählt die wirklichkeitsnahe Geschichte von Beshir, der in einem großen Einfamilienhaus in einem Land wie Syrien aufgewachsen ist. Der schlaksige Junge mit dem zurückhaltenden Gesichtsausdruck und den dunklen Locken muss seine Heimat verlassen, da es dort Menschen gibt, die böse Dinge tun.

Die gibt es auch bei Nora, die mit ihrem halblangen Haar und der Haarspange eher brav wirkt. Aber sie ist tapfer, als auch sie ihr zu Hause verlassen muss. Beide Kinder sagen ihren Freunden „lebewohl“, beide sind mutig und lassen sich auf den Neuanfang ein. Carolin Neumann setzt auf Gemeinsamkeiten und zeigt doch ungeschönt die Realitäten der Flucht, wie sie ihr bei der Betreuung von Berliner „Willkommensklassen“ von Eltern und Kindern erzählt wurden. Die einfache, klare Sprache findet ihre passende Ergänzung in den Illustrationen von Lisa Sandner. Schlicht und ausdrucksstark zugleich zeigen ihre Bilder gerade soviel, dass den Kindern genug Platz für ihre eigene Phantasie und ihre Erfahrungen bleibt. Dass beide Kinder in Berlin gelandet sind, verrät nur der Blick aus Noras Wohnung und Beshirs Flüchtlingsheim auf den Fernsehturm. Gesagt wird das nicht. Und das ist auch gut so,  denn Nora und Beshir teilen ihre Erfahrungen mit vielen Kindern-  aus und an vielen Orten.

Es ist die Geschichte vor der Geschichte zwischen Nora und Beshir, die mit einem schüchternen „Salaam“ und „Hallo“ in der Buchmitte beginnen wird und es ist an den vielen Kindern, sie weiterzuerzählen.

Die ersten Exemplare gehen Februar 2016 in den Druck. Wer online ein Buch erwirbt, finanziert eines für ein Flüchtlingskind mit.

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