Freikörperkultur in Paris

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CC-BY-Hendric Rüsch

Ab dem kommenden Sommer soll es möglich sein, sich nackt in Paris zu entspannen. Natürlich nicht überall und nicht direkt im Zentrum, aber immerhin…

Im Pariser Rathaus ist nach den sommerlichen Polemiken um den Burkini und inmitten der Fashion Week entschieden worden, dass ein Ort für Nudisten eröffnet werden soll. Der Vorschlag stammt von den Pariser Grünen. „In Frankreich gibt es zwei Millionen Naturisten und Paris ist das erste Reiseziel der FKKler“ erklärt David Belliard, Ko-Präsident der Grünen-Fraktion der französischen Tageszeitung Le Figaro. Ein Ort wurde noch nicht ausgesucht. „Wir wollten nicht zu schnell einen Ort bestimmen, aber er wird ab Sommer 2017 geöffnet“.

Damit spiele Paris in derselben Liga „wie Berlin, München oder Barcelona“, freut sich Yves Leclerc, Vizepräsident des französischen Freikörperkulturverbands, in einem lokalen Radiosender. Bisher gab es nur ein Schwimmbad im 12. Pariser Arrondissement mit einigen Zeitfenstern für Naturisten. Den Grünen zufolge soll sich dieser neue Ort im Freien befinden, doch soll er klar abgegrenzt werden. Franzosen sind im Vergleich zu den Deutschen zögerlicher im Umgang mit FKK. In der deutschen Hauptstadt leben im Tiergarten zum Beispiel Naturisten und Nicht-Naturisten zusammen. Hélène Bracon von den Pariser Grünen erklärt, dass die FKK-Flächen auf weitere Teile der französischen Hauptstadt ausgedehnt werden können, falls die Erfolge im nächsten Sommer sich als schlüssig erweisen.

„Das ist eine Frechheit“ schimpft Eric Azière, der Präsident der Mitte-Rechts Partei UDI-Modem. Er ist „erschrocken über die politischen Verrenkungen zwischen Burkini-Polemik und FKK-Debatte“. David Belliard erklärt hingegen, dass dieses Projekt „den Werten von Toleranz und Respekt“ entspricht. Für den Ko-Präsidenten der Grünen geht es vor allem darum, eine bereits bestehende Praxis zu reglementieren: die Freikörperkultur existiert in Paris schon und das hatte nichts mit der Burkini-Debatte zu tun: „Die Leute können sich ankleiden wie sie es wünschen und auch entscheiden sich nichts anzuziehen“.

Die Pariser Grünen waren sich alle einig in ihrer Empörung über die Burkini-Debatte. Sie wollten es den Frauen freistellen, bekleidet ins Wasser zu gehen. Es wirkt seltsam, wenn sich nun alle für ein FKK-Gesetz in Paris einsetzen. Die Philosophie der Naturisten sieht vor, die sozialen Barrieren durch die Kleidung abzuschaffen. Die Pariser Grünen vereinigen die gegensätzlichen Kulturen von FKK bis Burkini.

Anna Péan

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